Staatspreis MANU FACTUM 2007
NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff hat am 2. Juni 2007 im Rahmen der 23. Landesausstellung
"MANU FACTUM 2007" die mit jeweils 5.000 Euro dotierten Staatspreise des Landes Nordrhein-Westfalen für das Kunsthandwerk 2007 in acht verschiedenen Werkbereichen an die Preisträgerinnen und Preisträger und einen Sonderpreisträger übergeben. Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff würdigte die Preisträgerinnen und Preisträger im Düsseldorfer NRW-Forum mit Blick auf das "hohe ästhetische Niveau" ihrer Arbeiten im Spannungsfeld zwischen freier künstlerischer Arbeit und zeitgemäßem Kunsthandwerk. Die nordrhein-westfälische Landesregierung vergibt den Staatspreis für das Kunsthandwerk in Nordrhein-Westfalen alle zwei Jahre. Er ist der bedeutendste und mit insgesamt 45.000 Euro am höchsten dotierte Preis seiner Art in Deutschland.
Von 302 Anmeldungen sind 123 Exponate in der Ausstellung vertreten.
Ausstellungsort: NRW Forum für Kultur und Wirtschaft, Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11.00 - 20.00 Uhr, freitags 11.00 - 24.00 Uhr
Zur Ausstellung ist ein farbiger Katalog erschienen, der an der Museumskasse oder bei der ADK NRW e.V., Georg Schulhof Platz 1, 40221 Düsseldorf, Tel 0211 8795 391 (vorm. 9.30 13.00 Uhr) oder Fax 0211 8795 392, zum Preis von 15 Euro zu beziehen ist.
Staatspreisverleihung und Blick in die Ausstellung hier
Die Mitglieder der AdK NRW sehen sie hier
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Staatspreisträger
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WERBEREICH SCHMUCK
Sibylle Falkenberg, Hauptstr. 6 A, 58332 Schwelm
„Gruppe 1 : 43“
Silber Stahl - Gold
Als so gezeigte Metallarbeiten gelungen in der perfekten gestalterischen Umsetzung und handwerklichen Ausführung. Ein souveräner Umgang mit den angewandten Materialien gibt eine Körper-Raumgestaltung von ausgezeichneter ästhetischer Qualität. Die aufwendigen Techniken der Oberflächengestaltung und die subtile Farbigkeit unterstreichen die höchst elegante Ausstrahlung.
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WERKBEREICH GERÄT AUS METALL
Johannes Hieronimi, Hochstr. 28, 52525 Heinsberg
3 Brieföffner / Papiermesser
Die drei schlanken geschmiedeten Brieföffner bestechen durch die bewusst erarbeitete Reduziertheit der Form. Sie wirken fein und elegant mit einer strahlenden Oberfläche. Es sind handwerklich perfekte Werkzeuge, die stabil und ausgewogen in der Hand liegen.
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WERKBEREICH KERAMIK
Ursula Commandeur, Kleine Lönsstr. 58, 44575 Castrop-Rauxel
(ohne Titel)
Porzellan, Draht
Quadrat, 20 x 60 x 60 cm
Mit herausragenden handwerklichen Fertigkeiten und Materialkenntnissen ist ein Objekt geschaffen worden, das aus dem konventionellen Formenkanon springt. Bis ins Detail beweglich und filigran im Erscheinungsbild entspricht das Kunstwerk einer zeitgemäßen Ästhetik.
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WERKBEREICH STEIN
Carolin Engels, Echternstr. 72, 32657 Lemgo
Grabmal, 3-teilig
Material: Gabbro
140 x 30 x 30 cm
Die äußerst sorgfältige Oberflächengestaltung des dreiteiligen Grabmals (St 21) zeigt das Material Stein in authentischer Weise. Dabei erfreut besonders die handwerkliche und künstlerische Qualität der Stele.
Das Exponat überzeugte die Jury einstimmig durch Ausgewogenheit in Proportion, Balance und Sinngehalt. Besonders preiswürdig ist dabei der Umgang mit dem Kreuzsymbol, das dreidimensional als Bindeglied zwischen zwei Elementen, Himmel und Erde, Leben und Tod, symbolisch als Verbindung eingesetzt wird. Der Umgang mit dem traditionellen Ornament des Kreuzes ist harmonisch und zeitgemäß.
Alle Seiten sind gleich gestaltet, auf zwei Seiten ist ein Auszug eines Gedichtes von Joseph Eichendorff passend zum Thema eingearbeitet.
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WERKBEREICH GLAS
Klaus U. Hilsbecher, Wupperstr. 45, 40219 Düsseldorf
„IN EINANDER“ 2007
114,5 x 12 x 30 cm
Weißglas, Float, blau, gezogenes Glas, weiß, bernsteinfarben, ofengeformt, geschliffen u. poliert, gebohrt, gesandstrahlt, verklebt.
"IN - EINANDER" hat der Künstler diese Arbeit genannt, die durch das Ineinandergreifen von Formen, Flächen und Linien gekennzeichnet ist.
Dabei scheint es, als ob das Werk für einen Moment eine Bewegung des schweren oberen Teils im Zustand der Schwebe anhält, wodurch ein Zustand höchster Spannung erzeugt wird.
Neben der handwerklich absolut perfekten Durchgestaltung bis ins letzte Detail hat die Jury der gestalterische Reiz dieses Objekts überzeugt, welcher vor allem in der fragilen Leichtigkeit des unteren Teils liegt, dessen sandgestrahltes Gerüst "Fenster" zur inneren blauen Gitterstruktur öffnet, deren Deckung sich beim Herumwandeln um das Objekt verschiebt und dabei eine vielschichtige Räumlichkeit erzeugt.
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WERKBEREICH Papier, FOTOGRAFIE
Rainer Knaust, Heidelberger Str. 75 B, 40229 Düsseldorf
Fotoarbeit: „
Electro
City
“ 2007 (Standby)
127 x 172 cm
Die Arbeit „Electro City“ öffnet eine neue Wahrnehmung unseres Lebens-Raumes. Zuerst nur ein Nachtbild gibt das Photo immer mehr preis und lässt uns fragen, wie unsere Umgebung in Wirklichkeit ist. Faszinierend, wie deutlich dabei unsere Abhängigkeit von Elektronik wird; auch wenn wir sie nicht nutzen.
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SONDERPREIS
WERKBEREICH Fotografie, Papier und Farbe
Heri Gahbler; Volbacher Mühle 1; 51429 Bergisch Gladbach
Die vier Elemente
Vierteiliges Schalen-Set, fünfeckige Form in kanshitsu-Technik (Stoffmaché), urushi-Lack (Japanlack) in schwarz, rot, grün, blau, kozo-Papier, Pigmente
Vier Schalen sind in traditioneller japanischer Handwerkskunst aus Textilschichten und Urushi-Lack gestaltet worden. Den vier Elementen Erde, Luft, Wasser und Feuer wird durch unterschiedliche Materialästhetik Ausdruck verliehen. So werden Form und Farbe, Tradition und Moderne, asiatische und europäische Kultur miteinander vereint. Für diese die Grenzen der Werkgruppen überschreitende und kunsthandwerklich außerordentlich überzeugende Arbeit verleiht die Jury den Sonderpreis.
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WERKBEREICH TEXTIL, LEDER
Barbara Esser, Columbusstr. 86, 40549 Düsseldorf
„Pixel_1/2005“
Doppelgewebe
Merc. Baumwolle
260 x 150 cm
Dieses bildhafte Objekt zeigt handwerkliches und künstlerisches Können. Ohne Gebrauch von textiltypischen Rapporten wird eine traditionelle Technik - das Doppelgewebe - benutzt, um eine bildnerische Aussagen zu formulieren. Die Technik des Doppelgewebes ermöglicht es dem Entwurf entsprechend zwei farblich unterschiedliche Fadensysteme von einer Gewebeseite zur anderen wechseln zu lassen. Beide Seiten des Gewebes sind gestalterisch gleichwertig, wobei die bildnerische Form auf einer Seite positiv und auf der Gegenseite negativ erscheint.
Auf einer Wand präsentiert können die Gewebeseiten alternierend gewählt werden, als freies Raumobjekt sind beide Seiten dem Betrachter spontan zugänglich.
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