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Staatspreis MANU FACTUM 2003


Staatspreise für das Kunsthandwerk des Landes Nordrhein-Westfalen vergeben
Landesausstellung in der DASA in Dortmund mit kunsthandwerklichen Spitzenleistungen

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Neun Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker wurden von einer hoch-karätig besetzten Jury mit dem alle zwei Jahre zu vergebenden Staatspreis für das Kunsthandwerk des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt.

Zur Teilnahme an der Landesausstellung für das Kunsthandwerk Nordrhein-Westfalen, der manu factum, hatten sich 331 Kunsthandwerkerinnen und Kunst-handwerker mit ebenso vielen Arbeiten beworben. 98 Exponate wurden zur Ausstellung zugelassen und waren vom 8. November 2003 bis 11. Januar 2004 in der DASA - Deutsche Arbeitsschutzausstellung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund-Dorstfeld, Friedrich Henkel Weg 1-25, zu sehen, darunter die neun Staatspreise.

Die „Landesausstellung zur Ermittlung der Staatspreise für das Kunsthandwerk Nordrhein-Westfalen“ hat seit den sechziger Jahren einen prominenten Platz unter den deutschen, kunsthandwerklichen Ausstellungen. Der Staatspreis NRW, mit insgesamt 45.000 EURO der höchstdotierte und bedeutendste kunsthandwerkliche Preis in Deutschland, wird in den acht Werkbereichen Schmuck, Gerät aus Metall, Holz, Textil/Leder, Keramik, Stein, Glas und Papier/Fotografie vergeben, zusätzlich kann in einem der Werkbereiche ein Sonderpreis benannt werden.

Staatspreisträger im Werkbereich Schmuck ist Detlef Thomas aus Essen. Ausgezeichnet wird seine Gestaltung eines Armreifes aus Gold, Perlmutt und Koralle. In gerade zu perfektem Understatement überzog der Goldschmied das aus reinem Gold gefertigte, sorgfältig erarbeitete Gerüst des Armreifes mit einer Masse aus gestoßenen Korallen, so dass nur noch an wenigen Stellen das edle Trägermaterial zu Tage tritt.

Im Werkbereich „Gerät aus Metall“ überzeugte die Arbeit von Frank Bartecki und Michael Peres aus Dortmund. Ihr „Rastplatz für Wanderer“, ein Kubus aus oxydier-tem Stahl, hält bei einer Kantenlänge von 200 cm alles bereit, was sein Name verspricht: Tisch, 2 Bänke - und das noch überdacht.

Im Werkbereich Holz fiel die Entscheidung der Jury auf Michael Kals, Köln, „Liege“ aus Eichen- und Birkenholz mit Filz. Das stufenlos verstellbare Möbel ist schlicht, edel, perfekt – und grenzenlos bequem.

Rainer Kuehn aus Dorsten erhielt die begehrte Auszeichnung im Werkbereich Stein. Ausgezeichnet wurde seine Urnenhülle aus Anröchter Grünsandstein, die in hochexakter und handwerklich perfekter Weise belegt, wie anspruchsvoll und edel Handwerk auf besondere Anforderungen reagieren kann.

Uta Majmudar aus Haan überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit „Schale“ im Werkbereich Glas. Die im sogenannten Fusing-Verfahren hergestellte Schale entstand unter Verwendung von Vollglasstäben in zwei Lagen, verschiedenen Drahtgeflechten und Gold.

„Lauf Jäger lauf“ nannte der Staatspreisträger im Werkbereich Keramik Thomas Jan König aus Kranenburg seine jetzt staatspreisgekrönte Arbeit: Eine Installation aus acht jeweils 40 cm hohen Elementen bildet liegend und hängend ein höchst anregendes und interpretationsoffenes Angebot an den Betrachter.

Die Rauminstallation „Seelenruhe“ der Aachener Textilgestalterin Claudia Merx überzeugte die Jury im Werkbereich Textil/Leder. Die an durchgehenden Perlon-fäden angebrachten Wollelemente schweben über den Köpfen der Betrachter und schaffen Raum und Gelegenheit zu Assoziationen.

Staatspreisträgerin im Werkbereich Foto/Papier ist Charlotte Schäfer aus Essen. Ihr multipel veränderbares Objekt „Roter Reigen und Variationen im Quadrat“ ist aufgebaut aus Pappe, Endoskelett-Pappe und verschiedenen Buntpapieren und besticht durch den hochpräzisen Einsatz der Arbeitstechniken des Buchbinder-handwerks.

Für eine „Camera obscura“ im Werkbereich Foto/Papier erhältElmar Heimbach aus Aachen den diesjährigen Sonderpreis. Der Dozent der Akademie für das gestaltende Handwerk schuf ein begehbares Objekt aus Papier und Sperrholz, das dem Betrachter – nach dem Prinzip der camera obscura – zu neuen Ansichten verhilft.

Über die Zulassung der Arbeiten zur Landesausstellung entschieden als Fachjuroren Bettina Menrad-Maier (Schmuck), Günter Matten (Gerät aus Metall), Ulrike Scriba (Holz), Schnuppe von Gwinner (Textil/Leder), Thierry Boissel (Glas), Reiner Uhl (Stein), Ingrid Rockrohr (Keramik) und Joachim Giesel (Fotografie/Papier). Die Satzung des Staatspreises gibt vor, dass die Fachjuroren nicht in Nordrhein-Westfalen leben dürfen.

Ein Katalog zur manu factum 2003 ist über die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Nordrhein-Westfalen, Georg-Schulhoff-Platz 1, 40221 Düsseldorf, 0211/8795-391 zu erhalten.