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Staatspreis MANU FACTUM 2001


Niederrheinisches Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte Kevelaer vom 30.06.2001 - 30.09.2001

 

Acht Kunstwerkerinnen und Kunsthandwerker wurden durch eine hochkarätig besetzte Jury mit dem alle zwei Jahre vergebenen Staatspreis für das Kunsthandwerk des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt. Zur Teilnahme an der Landesausstellung der "manu factum" hatten sich 513 Gestalter mit 636 Arbeiten beworben. 144 Exponate wurden durch eine achtköpfige Jury zur Ausstellung zugelassen und werden vom 01. Juli bis zum 30. September 2001 im Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer zu sehen sein. Unter den Teilnehmern dieser Ausstellung wurden acht Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker mit dem Staatspreis geehrt.

 

Die "MANU FACTUM" hat seit den 60er Jahren einen prominenten Platz in der Reihe kunsthandwerklicher Ausstellungen. Der Staatspreis NRW, mit insegesamt DM 90.000 der höchstdotierte und bedeutendste in Deutschland, wird in den acht Werkbereichen Schmuck, Gerät aus Metall, Holz, Textil, Keramik, Stein, Glas und Leder/Papier/Farbe/Fotografie vergeben. Zusätzlich kann noch ein Sonderpreis benannt werden.

 

Staatspreisträgerin im Werkbereich Schmuck ist Anke Wolf aus Aachen für ihren multifunktionalen Schmuck. Die Arbeit trägt den Titel "Doch deine Engel ziehn wie Vögelschwärme" (Rilke). Sie besteht aus einem Netz aus hauchdünnen Edelstahldrähten mit beweglichen Gliedern, die in der Bewegung immer neue Muster von geometrischem Reiz bilden.

 

Im Werkbereich Holz fiel die Entscheidung auf Franz Klein-Wiele aus Botttrop, der die Jury mit einer auf den ersten Blick zierlichen, aber dennoch stabilen Bank aus geöltem Platanenholz überzeugte. Die Füße des Sitzmöbels werden von zwei gebogenen Edelstahlplatten gebildet, die mit Nuten in das Holz eingreifen.

 

Werkbereich Keramik wurde Enno Jäkel aus Köln ausgewählt. Seine ausgefallene Arbeit, eine Vase in behäbiger Form, wirkt durch Farbe und Oberflächenstruktur schwebend. Die Gesetze der Statik werden in diesem Objekt aufgegeben und zugleich erhalten.

 

Waltraud Mattern aus Lüdinghausen erhielt die begehrte Auszeichnung im Werkbereich Textil. Trotz bestechender Konkurrenz gelang es ihr, mit ihrem "Panoptikum der Eitelkeiten", einer Komposition in zwölf Variationen zum Thema "Ärmel", die Jury von ihrem kreativen und handwerklichen Können zu überzeugen. Durch die Kombination unterschiedlicher Stoffe und Zutaten schuf sie zwölf Unikate, die den Bogen von romantisch bis futuristisch spannen.

 

Die zurückhaltende und auf das Material abgestimmte Gestaltung seine Stele aus afrikanischem Granit veranlasste die Jury, Martin Vetten aus Düsseldorf mit dem Staatspreis NRW im Werkbereich Stein auszuzeichnen. Seine Arbeit lebt von der Harmonie in Dekoration, Schrift und Material. Das harte Material Stein erhält durch die handwerkliche Bearbeitung eine edle Plastizität und vermittelt den Eindruck von Glätte und weicher, fast schmeichelnder Oberfläche.

 

Gerd Kruft aus Essen ist Staatspreisträger im Werkbereich Glas. Sein gläserner Kubus aus verschiedenen lichtbrechenden optischen Gläsern wird durch das Tageslicht zum ästhetischen Spiel in allen Farben des Regenbogens. In einem aufwendigen Verfahren wurden Prismen präzise geschliffen und wie Intarsien zusammengesetzt.

 

Mit seinen Fotografien zum Thema "Nacht" wurde Florian Beckers aus Düsseldorf Staatspreisträger im Werkbereich Leder/Papier/Farbe/Fotografie. Florian Beckers ist es durch bewusst gesetzte Kontraste gelungen, auf seinen Fotografien Licht ins Dunkel zu bringen und eindrucksvolle Darstellungen der Nacht zu schaffen, deren Charakteristikum eigentlich die Lichtlosigkeit ist.

 

Eine "Pusterohr-Anstecknadel" veranlasste die Jury, den diesjährigen Sonderpreis an Ina Leppin aus Essen zu vergeben. Sie erhielt den Zusatzpreis im Werkbereich Schmuck für ihren fantasievollen Ansteckschmuck. Aus einem Glasröhrchen mit silbernem Mundstück kann man einen darin enthaltenen Löwenzahnsamen herauspusten, der - gleich einem Fallschirm - langsam zu Boden segelt. Durch Ansaugen gelangt der Löwenzahnsamen wieder ins Ansteckröhrchen und ist bereit zum nächsten Flug.

 

Im Werkbereich Gerät aus Metall wird in diesem Jahr kein Staatspreis vergeben.

 

Der Katalog zur "manu factum 2001" ist im Volkskunde-Museum in Kevelaer während der Ausstellungszeit vom 01. Juli bis 30. September 2001 erhältlich sowie zu beziehen über die Geschäftsstelle der ADK NRW.